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Projektbeschreibung
Für die archäologische Untersuchung wurden unter den freigelegten Bezirken als besonders vielversprechend die Rundtempelterrasse, der Bezirk mit Tempel und Altar des Apollon Karneios und derjenige des Dorischen Tempels ausgewählt, weil alle drei Bezirke unterschiedliche architektonische Konzepte vertreten: Die Bauten der Rundtempelterrasse sind auf dem schmalen langgezogenen Felsplateau parataktisch nebeneinander aufgereiht. Der Bezirk des Apollon Karneios besteht aus mehreren zwar parallel ausgerichteten, aber nicht symmetrisch angeordneten Bauten, er wirkt also eher wie gewachsen, möglicherweise bedingt durch eine stärkere Verhaftung in der Tradition. Der Bezirk des Dorischen Tempels entspricht der achsialsymmetrischen Platzanlage mit Tempel und Altar auf der Mittelachse, wie sie für hellenistische Sakralanlagen typisch ist.
Die Untersuchungen sollen klären: wann in den genannten Arealen, mit welcher architektonischen Ausgestaltung ein Kult installiert war, welchen Aufschluß die Kultinstallationen über Riten geben, welche symbolische Bedeutung die Heiligtümer mit ihren Riten für die Polis Knidos hatten, wie die genannten Bezirke die östlich anschlißende Stadtbesiedlung angebunden waren, wann und wie sie im Laufe der Zeit verändert und den jeweils zeitgemäßen kultischen und repräsentativen Anforderungen des Hellenismus angepaßt wurden.
Die archäologischen Befunden sollen durch die systematische Sichtung der für die dorische Hexapolis aus Halikarnass, Ialysos, Kameiros, Knidos, Kos und Lindos erhaltenen Sakralgesetze ergänzt werden. Diese Städte bildeten nicht nur aufgrund der geographischen Lage, sondern auch kultisch einen Verbund, der im Bundesheiligtum des Apollon Karneios auf knidischen Gebiet seinen kultischen Mittelpunkt hatte. Feste und Kulte, die allen diesen Poleis Städten gemein sind, weisen weitgehend übereinstimmende Züge auf. Das Projekt fügt sich mit seiner Fragestellung auch in den Rahmen der von R. Özgan, Universität Konya, und I. Jenkins vom British Museum in Angriff genommenen Foschungsprojekte im antiken Knidos (Kap Tekir).
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Letzte Änderung:
01.12.2006
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