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Laufende Arbeiten
Zusammenfassung
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In den Jahren 2006 bis 2011 wurden von der Pergamongrabung des Deutschen Archäologischen Instituts in Elaia, der Hafenstadt der antiken Metropole Pergamon an der Westküste der Türkei, archäologische Untersuchungen durchgeführt. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts haben Mitarbeiter der Pergamongrabung einen ersten Plan der Stadt vorgelegt. Seitdem fanden an dem historisch höchst bedeutsamen Platz keine weiteren Untersuchungen mehr statt. Ziel des Projektes im Rahmen des SPP 1209 war die Rekonstruktion des Stadtplans und der Hafenanlagen mit Hilfe von Geländebegehungen, Messungen im Flachwasserbereich und geophysikalischen Prospektionen. Ein archäologischer Survey diente der Feststellung von Siedlungskonzentrationen und eröffnete Einblicke in die materielle Kultur der Stadt. Auf dieser Basis sollte geklärt werden, wie die alte Polis Elaia unter dem Einfluß der pergamenischen Könige zu einem wichtigen Militär- und Handelsstützpunkt wurde. Anhand von Keramikfunden zeigt sich, daß bereits in der frühen Bronzezeit (3. Jt. v. Chr.) eine erste Siedlung im Bereich der Akropolis bestand. Eine deutliche Ausdehnung erfuhr die Stadt in hellenistischer Zeit, als sie zum maritimen Satelliten der Pergamener wurde. Davon zeugen u. a. ein Straßenraster und eine ausgedehnte Hafenzone mit mächtigen Befestigungsanlagen, die sich mit Hilfe geomagnetischer Messungen nachweisen ließen. Die Ausdehnung der Untersuchungen auf das Umland der Stadt erbrachte nicht nur neue Erkenntnisse zur Lage von Ausfallstraßen und Nekropolen, sondern verdeutlicht auch die Bedeutung Elaias für die militärische Sicherung des südlichen Zugangs in das Tal des Kaikos, d. h. des Kerngebietes der pergamenischen Herrschaft. Die seit 2009 in der Bucht von Elaia durchgeführten geoarchäologischen Forschungen konnten durch die Rekonstruktion historischer Umweltszenarien, antiker Küstenverläufe und der Verlandungsgeschichte des geschlossenen Hafens wesentlich zum Verständnis der Entwicklung von Stadt und Häfen beitragen.
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Summary
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Between 2006 and 2011 the German Archaeological Institute carried out archaeological investigations at Elaia, the port of the ancient city of Pergamon on the west coast of Turkey. The first plan of the city was proposed at the end of the 19th century by members of the Pergamon excavation campaign. Since that time no further explorations have taken place at this historically highly significant site. The aim of the project, which is being funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (SPP 1209), was to reconstruct the plan of the town and the harbour by means of archaeological survey, measurements in the shallow waters, and geophysical prospecting (cooperation with Kiel University). A ceramics survey enabled the localisation of settlement concentrations and afforded insights into the material culture of the city. It is hoped that by this means we can clarify how the ancient polis of Elaia, under the influence of the Pergamene kings, became an important military base and trading centre. On the basis of pottery finds and a stone axe it can be demonstrated that an initial settlement already existed on the Acropolis in the early Bronze Age (3rd Mill. BC). The city expanded appreciably in the Hellenistic period when it became the maritime satellite of the Pergamenes. This is attested by a Hellenistic street-grid and by an enlarged harbour zone with mighty fortifications which was detected with the aid of geomagnetic measurements. The extension of our research on the surroundings of the city did not only reveal the location of necropolis and suburban roads, but also shed light on the importance of Elaia for the military protection of the southern access to the Kaikos valley, i.e. the core area of the Pergamenian rule. Geoarchaeological investigations since 2009 contributed by the reconstruction of historic environments, ancient coastlines and the siltation-process of closed harbour significantly to our understanding of the development of city and harbours.
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Einleitung
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Seit 2006 fanden im Rahmen der Pergamongrabung des Deutschen Archäologischen Instituts fünf vier- bis fünfwöchige Kampagnen in Elaia statt. Die abschließende Kampagne wurde im September 2011 durchgeführt. Die Arbeiten umfassten die Erstellung einer neuen archäologischen Karte mit 3D-Modell, die Durchführung archäologischer Surveys im Stadtgebiet und seinem Umland einschließlich der Auswertung des Fundmaterials, geophysikalische Prospektionen im Stadtgebiet und in der Hafenzone, geoarchäologische Untersuchungen sowie die Dokumentation oberirdisch sichtbarer Baureste in Elaia und Umgebung durch archäologische Bauforschung. 2008, 2009 und 2011 wurden gemeinsam mit dem Museum Bergama drei Notgrabungen in den Nekropolen Elaias durchgeführt.
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Geodäsie und archäologische Bauforschung
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Auf Basis terrestrischer Vermessungen mit dem GPS und einer Luftbildphotogrammetrie wurde eine neue Karte im Maßstab 1:1000 erstellt (Abb. 1). In diese Karte wurden die Bauaufnahmen der oberirdisch sichtbaren Architekturreste, die im Flachwasserbereich prospektierten Hafenanlagen (s.u.) und die geophysikalischen Messungen eingetragen. Die Karte und das aus ihr generierte 3D-Modell (Abb. 2) bilden die kartographische Oberfläche eines Geoinformationssystems, das in das Vermessungssystem und das GIS der Pergamongrabung integriert ist. Auf dieser Basis ist eine Vergleichbarkeit aller Daten aus Elaia, Pergamon und dem Survey in der Chora von Pergamon (Projekt M. Zimmermann im Rahmen des SPP 1209) gewährleistet. Neben der Dokumentation der wenigen in Elaia oberirdisch sichtbaren Baureste im Maßstab 1:50 (Abb. 3) wurden im Rahmen archäologischer Bauforschung zahlreiche Architekturteile zeichnerisch erfasst.
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Abb. 1: Archäologische Karte von Elaia und Umgebung
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Abb. 2: 3D-Modell des Stadtgebietes von Elaia und der nach Norden anschließenden Landschaft (G. Hell)
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Abb. 3: Zeichnerische Dokumentation der Hafenmole
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Archäologischer Survey
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Im Rahmen des archäologischen Surveys im Stadtgebiet von Elaia und seiner unmittelbaren Umgebung wurden sämtliche Baureste und Architekturteile erfaßt und die Konzentration von keramischem Fundmaterial kartiert. Zu diesem Zweck wurde das Stadtgebiet in unterschiedlich große Felder bzw. Fundstellen unterteilt, die sich an den Grenzen moderner Felder, Olivenhaine und Gärten orientieren. Für jede Fundstelle wurde zunächst die Oberflächenbeschaffenheit mit Hilfe einer standardisierten Terminologie beschrieben. Im Anschluss daran wurden in ausgesuchten Testfeldern sämtliche Fundstücke gezählt, um einen verläßlichen Eindruck von der Funddichte in verschiedenen Teilen des Stadtgebietes zu gewinnen (Abb. 4). Auf Basis der so gewonnenen Ergebnisse wurden in einem zweiten Arbeitsschritt Flächen ausgewählt, um sie intensiv nach gattungspezifisch und chronologisch auswertbarem Fundmaterial abzusuchen. Die Daten aus beiden Arten von Surveys fließen in einer GIS-Auswertung zusammen (Abb. 5–8). Aus der Kombination beider Methoden entstand ein dichtes Bild der Siedlungsentwicklung von Elaia.
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Abb. 4: Auswertung eines Testfeldes im Rahmen des archäologischen Surveys
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Abb. 5: Chronologische Auswertung der Fundverteilung im Geoinformationssystem: Klassische Zeit
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Abb. 6: Chronologische Auswertung der Fundverteilung im Geoinformationssystem: Hellenistische Zeit
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Abb. 7: Chronologische Auswertung der Fundverteilung im Geoinformationssystem: Römische Zeit
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Abb. 8: Chronologische Auswertung der Fundverteilung im Geoinformationssystem: Spätantike und frühbyzantinische Zeit
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Geophysikalische Prospektion
Die großflächige geomagnetische Prospektion des Stadtgebietes und der Hafenzone wurde auf allen zugänglichen Flächen in der Kampagne 2010 abgeschlossen. Gleiches gilt für die Messungen im vorstädtischen Bereich und in den Flachwasser- und Schlickzonen, die besonders für die Rekonstruktion der Hafenanlagen und ihrer Verlandungsgeschichte von Bedeutung sind. Der Einsatz des Georadars hat sich in Elaia aufgrund ungünstiger Bodenverhältnisse bislang kaum bewährt, während die Geoelekrik sehr gute Ergebnisse lieferte. Mit dieser Methode wurden 2011 wichtige bzw. unklare Befunde im Bereich der Stadtmauer im Osten sowie im Zusammenhang mit der Bebauung im Bereich östlich des geschlossenen Hafens (so genannte "Schiffshäuser") geklärt (Abb. 9). Während für die geophysikalischen Messungen auf den großen Freiflächen am Hafen ein Hänger mit mehreren Sonden zum Einsatz kam (Abb. 10), wurde in den Olivenhainen und in der Wattzone mit Handwägen gearbeitet (Abb. 11. 12). Für die Olivenhaine ist eigens ein Wagen entworfen worden, dessen äußerste Sonden abgeklappt werden können, um so trotz des dichten Baumbestandes ein möglichst geschlossenes Messbild zu erhalten. 2007 wurde erstmals ein Katamaran als Träger für geomagnetische Sonden im Flachwasserbereich getestet, der sich sehr bewährt hat. Der Einsatz eines breiten Sprektrums an Geräten entsprechend der unterschiedlichen Beschaffenheit der Flächen war Garant für die optimale Effizienz der Messungen.
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Abb. 9: Ergebnisse geoelektrischer Untersuchungen im Bereich östlich des geschlossenen Hafens
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Abb. 10: Einsatz des Meßwagens im Olivenhain (Universität Kiel)
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Abb. 11: Einsatz des Handwagens in der Wattzone (Universität Kiel)
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Abb. 12: Einsatz des Handwagens im Olivenhain (Fa. Eastern Atlas)
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Geoarchäologie
Bei der Untersuchung antiker Hafenstädte spielt die Rekonstruktion historischer Umweltszenarien eine wesentliche Rolle, da die Interpretation und Datierung vieler Befunde von ihrer Einbettung in die naturräumlichen Gegebenheiten abhängt. Die geoarchäologischen Analysen basieren auf so genannten Rammkernsondierungen (Abb. 13–14), die Profiltiefen von bis zu ca. zehn Metern erreichen und auch im Flachwasser durchgeführt werden können. Probenmaterial aus den einzelnen Schichten wird dann mit unterschiedlichen naturwissenschaftlichen Verfahren (C-14 Datierung, Pollenanalyse etc.) analysiert.
Ein zentrales Anliegen der Kombination archäologischer und geoarchäologischer Methoden ist die Erhellung vom Zusammenhängen zwischen Mensch und Umwelt. So läßt sich am Spektrum der Pflanzen, das mit Hilfe von Pollenanalysen für verschiedene Zeitschichten rekonstruiert wird, die Intensität des anthropogenen Einflusses auf die Umwelt ablesen. Solche Beobachtungen gilt es mit den Ergebnissen siedlungsarchäologischer Forschung zur verbinden, was in Elaia bislang erfolgreich gelungen ist und ein komplementäres Bild der Stadt und ihrer Umwelt liefert. So ergab sich, daß die Einrichtung, Nutzung, Verlandung und schließlich Aufgabe des geschlossenen Hafens wesentliche Faktoren für Aufstieg und Niedergang der Siedlung darstellten, die sich nicht nur im archäologischen Fundmaterial (s. u.), sondern auch in der Entwicklung der Flora über einen Zeitraum von ca. 1500 Jahren widerspiegeln (Abb. 15).
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Abb. 13: Durchführung einer Rammkernsondierung
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Abb. 14: Profil eines Bohrkerns aus Elaia
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Abb. 15: Chronologische Verteilung von Pflanzenpollen aus einer Rammkernsondage im geschlossenen Hafenbecken (H. Brückner – M. Seeliger – M. Knipping)
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Epigraphik
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Vor einigen Jahren wurden drei zusammengehörige Wandquader aus Elaia mit verschiedenen Inschriften in das Museum von Bergama verbracht. Eine erste Auswertung deutet darauf hin, daß es sich um mehrere einzelne Namen handelt, die in loser Folge ausgeführt wurden. Solche Namens-Inschriften kennen wir aus hellenistischen Gymnasien (z.B. Priene). Es liegt der Schluß nahe, daß der Fundort der Blöcke nahe der Straße İzmir-Çanakkale den Standort des Gymnasions von Elaia markiert. Inschriftenfunde aus den laufenden Arbeiten umfassen u. a. eine Ehrung für die Kaiserin Furia Sabinia Tranquilla, Gattin Gordians III. (238–244 n. Chr.).
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Archäometrie
Von mehreren Keramikfragmenten aus Elaia wurden Proben genommen und einer Neutronenaktivierungsanalyse (NAA) sowie anderen archäometrischen Verfahren unterzogen. Diese Methoden erlauben Aussagen über die Herkunft von Fragmenten aus einem oder mehreren Produktionszentren. Es wurde eine bedeutende lokale Produktion von Keramik in Elaia nachgewiesen.
Auf dem flachen Areal nördlich der Akropolis von Elaia fanden sich Töpferabfälle, die
auf eine lokale Produktion von Amphoren bzw. Krügen und vor allem auch
Küchenschüsseln hinweisen. Geophysikalischen Messungen belegen auf diesen Feldern Brennöfen. Bei den Küchenschüsseln
handelt es sich um grobe Ware mit einem geringen Formenrepertoire und nachlässig verzierten Rändern. Archäometrische Untersuchungen mehrerer Exemplare ergaben, dass sie in Elaia hergestellt wurden.
Neben den Küchenschüsseln ist auch die große Menge an Candarlı-Ware der mittleren und späteren
Kaiserzeit in Elaia bemerkenswert. Ein Fehlbrand lieferte in Indiz für Produktion vor Ort; auch in diesem Fall bestätigten naturwissenschaftliche Untersuchungen eine Herstellung in Elaia. Vermutlich stellte die Stadt eine Zweigproduktion der Werkstätten von Candarlı dar.
Weitere Fehlbrände aus dem
Stadtgebiet zeigen, dass dort spätestens schon in hellenistischer Zeit Keramik hergestellt wurde. Die
Fragmente besitzen eine gemeinsame Fabric, d.h. sie sind eine geschlossene, aus gleichem Material hergestellte Produktion. Die Töpferbetriebe in Elaia verwendeten etwa vom 2. Jh. v. Chr. bis zum 2./3. Jh. n. Chr. Ton aus einer einzigen Lagerstätte.
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Ergebnisse
In insgesamt 25 Wochen archäologischer Geländearbeit in Elaia und der
anschließenden Auswertung wurde eine Vielzahl von Ergebnissen
erzielt, die wesentliche neue Informationen über die
naturräumlichen Voraussetzungen, die Ausdehnung und Gestaltung von
Stadt und Hafen, die Nutzung des Umlandes sowie über die Beziehungen
zwischen Elaia und Pergamon liefern.
- Allgemeine
Besiedlungsgeschichte
Anhand
von Keramik- und Werkzeugfunden (Abb. 16) kann der Beginn der
Siedlungsaktivitäten in die frühe Bronzezeit (3. Jt. v. Chr.)
gesetzt werden. Fundmaterial des 2. Jts. v. Chr. ist nur spärlich
bezeugt, während das 7.–4. Jh. v. Chr. gut belegt sind. Gegenüber
den frühen Phasen der Stadtgeschichte – die sich anhand
schriftlicher Quellen lediglich bis ins 5. Jh. v. Chr.
zurückverfolgen läßt – nimmt das Fundmaterial in hellenistischer
Zeit stark zu, was dem historisch überlieferten Bedeutungsgewinn
Elaias unter den Attaliden entspricht (Abb. 5. 6). Die Entdeckung
eines Straßenrasters im nördlichen Bereich der Stadt, wo sich
auch die dichteste Konzentration hellenistischen Fundmaterials
findet, spricht für den Ausbau besonders dieses Teils
der Stadt in hellenistischer Zeit (Abb. 17). So folgt das Raster mit
seiner strengen Nord-Süd-Ausrichtung und Insulae mit Seitenlängen
im Verhältnis von 1:2 (ca. 28 x 56 m) den Regeln hellenistischer
Stadtplanung. Die römische Kaiserzeit ist bis in die Spätantike
hinein gut bezeugt. In spätantiker bis frühbyzantinischer Zeit
konzentriert sich das Stadtgebiet allerdings wieder auf die ältere
Kernsiedlung um die Akropolis, und im 6./7. Jh. endet das
Fundmaterial. Offenbar wurde die Siedlung in dieser Zeit wenige
Kilometer ins Landesinnere verlegt, wo eine Fundstelle entdeckt
wurde, deren Keramikspektrum chronologisch an das Ende des Materials
aus Elaia anschließt. Unter
Berücksichtigung der Ergebnisse der geophysikalischen Prospektionen
und des Keramiksurveys ist vor allem bemerkenswert, daß große Teile
des südlichen Stadtgebietes deutlich weniger dicht besiedelt waren. Für
diesen überraschenden Befund wurde 2010 bei geophysikalischen
Prospektionen eine mögliche Erklärung in Gestalt einer auffälligen
linearen Anomalie gefunden, die in der Trennzone zwischen den
beiden Gebieten verläuft. Hierbei handelt es sich offenbar um ein
Diateichisma (Binnenbefestigung), das das Stadtgebiet in
ost-westlicher Richtung in zwei Hälften teilt (Abb. 17). Der
südliche Teil des ummauerten Stadtgebietes scheint primär zur
Aufnahme eines Strandhafens gedient zu haben, an dessen Landseite man
im Schutz der Stadtmauern Waren stapeln oder im Kriegsfall
Marinesoldaten zusammenziehen konnte. Diese ganz ungewöhnliche
Gliederung des Stadtgebietes unterstützt die zu Beginn des Projektes
formulierte Hypothese, daß die Ausdehnung des Stadtgebietes unter
pergamenischem Einfluß primär vom Bedürfnis nach einer großen
Hafenzone und nicht nach neuer Siedlungsfläche bestimmt war.
- Stadtbefestigung und
Ausdehnung des Stadtgebietes
An
der Nordflanke des Akropolishügels wurden Reste eines
Hangpflasters festgestellt, bei denen es sich um Teile einer
ältesten, bislang unbekannten Befestigung handeln könnte. Für die
hellenistische Zeit müssen ältere Vorstellungen über
den Verlauf von Land- und Seemauer und damit über die Ausdehnung des
Stadtgebietes deutlich modifiziert werden (Abb. 17): So verläuft die Mauer
im Nordwesten etwas 50 m weiter nördlich als bisher angenommen,
während im Osten die Vermutungen über die Lage der Stadtmauer
bestätigt werden konnten. Im Bereich des sog. Maltepe 2, eines nach
Nordosten, d.h. nach Pergamon gewandten Hügels, konnte im Anschluß
an die Stadtmauer eine Bastion prospektiert werden (Abb. 17). Sie
wird nicht nur der Sicherung Elaias, sondern auch der Hauptstraße
nach Pergamon und damit dem südlichen Zugang in das Tal des Kaikos
gedient haben.
Die südliche Stadtgrenze konnte aufgrund geoelektrischer Befunde und anderer Indizien bestimmt werden (Abb. 17).
Unerwartet
ist der Verlauf der Seemauer, die in der Geomagnetik östlich des
Innenhafens als mächtige Anomalie sichtbar wird (Abb. 17): Vom
landseitigen Ende der südlichen Mole des Innenhafens, das als Turm
gestaltet ist, geht sie in nordöstlicher Richtung ab. Da die antike
Wasserlinie nach Ergebnissen der geoarchäologischen Bohrungen bis an
die Mauer heranreichte, müssen wir von einer Kombination aus See-
und Kaimauer ausgehen. Nach Süden setzt sich die Mauer offenbar
nicht über das mutmaßliche Diateichisma hinaus fort. Daraus folgt,
daß im südlichen Stadtgebiet mit einem Strandhafen zu rechnen ist.
Die
Stadtbefestigung gliedert sich wohl in Abschnitte aus Kalkstein und Andesit, die jeweils unterschiedliche Bautechniken
aufweisen, wobei das Erscheinungsbild der Kalksteinmauer auf eine
ältere Entstehung hindeutet. Denkbar ist allerdings auch eine
Kombination aus unterschiedlichen Materialien, wie sie z. B. aus
dem äolischen Kyme bekannt ist. Steinbearbeitung und Werkzeichen der
Andesitmauer weisen deutliche Parallelen zu den hochhellenistischen
Bauten Pergamons auf (Abb. 18). Es ist davon ausgehen, daß
spätestens in hochhellenistischer Zeit Teile der Stadtmauer erneuert
oder gar verlegt wurden und man eine Seemauer errichtete, die
ebenfalls aus Andesit besteht. Auch diese Maßnahmen zeugen vom
Einfluß Pergamons auf die Gestaltung seines maritimen Satelliten.
- Funktionale
Gliederung des Stadtgebietes
Die
abschließende Bewertung der funktionalen Gliederung des
Stadtgebietes auf Basis von Oberflächenuntersuchungen basiert
auf der Auswertung der geophysikalischen Prospektionen und des
archäologischen Surveys. An bestimmbaren Bauwerken
wurden nordwestlich des Innenhafens ein Markt- oder
Speichergebäude mit zentraler Halle und flankierenden Kammerreihen
nachgewiesen (Abb. 17). Im Bereich des Akropolishügels hat
die Geophysik Hinweise auf ein Theater erbracht, während es sich bei
einer weitestgehend fundfreien Fläche im inneren Stadtgebiet um die
Agora handeln könnte. Westlich der Akropolis scheint eine von Hallen
eingefaßte Platzanlage gelegen zu haben, deren Zentrum von einem
kleinen quadratischen Bau eingenommen wird. Eine große Zahl von
Fehlbränden (Ziegel, Rohre, Amphoren) sowie der Nachweis von
Brennöfen in der Geomagnetik belegen die Existenz von Töpfereien
nördlich der Akropolis und im Nordosten der Stadt, die nach der
bisherigen Auswertung des Fundmaterials in die späte römische
Kaiserzeit gehören.
- Häfen
Für
die Beurteilung des Stellenwertes der Hafenzone im Verhältnis zum
Stadtgebiet ist die Klärung der Anzahl, der Ausdehnung und der
Gestaltung der Häfen sowie ihrer Anbindung an die Stadt von
entscheidender Bedeutung. Bislang ging man von der Existenz eines
geschlossenen Hafens und eines nach Südosten anschließenden offenen
Hafens aus, die beide innerhalb der Stadtmauern lagen. Weitere
Informationen über den Aufbau der Häfen fehlten hingegen.
An
den geschlossenen Hafen, dessen Entstehung in hellenistischer Zeit
durch Beobachtungen zur Bautechnik und die Ergebnisse der
geoarchäologischen Rammkernsondagen gestützt wird, schließt nach
Südosten der befestigte Teil des offene Hafens an, den wir uns als
Kombination aus Kai- und Seemauer vorstellen müssen. Die
ausgesprochen kräftige Anomalie verspringt nach etwas mehr als 100 m
in einem rechten Winkel nach Süden, d. h. zum Meer hin, und es
entsteht der Eindruck, als sei ein ca. 100 m langes und ca. 90 m
tiefes Gebäude direkt an die Wasserfront gesetzt worden (Abb. 17). Geoelektrische Messungen des Jahres 2011 im Innenbereich des mutmaßlichen
Gebäudes lassen Anomalien erkennen, die parallel zueinander
angeordnet sind und rechwinklig zur Küstenlinie verlaufen (Abb. 9). Lage und
Ausdehnung des Gebäudes sowie die sich abzeichnende Binnengliederung
könnten für ein großes Schiffshaus sprechen, das in die
Befestigung der Küstenlinie einbezogen war. An das ‚Schiffshaus‘ schließt
nach Osten noch ein kurzer Abschnitt der Seemauer an, die dann eine
Ecke mit dem vermuteten Diateichisma gebildet haben muß.
Im
heute stellenweise vollständig verlandeten Gebiet vor den beiden
Häfen zeigt die Geomagnetik ältere Flußläufe, die mit sehr
regelmäßigen und deswegen offenbar künstlichen Strukturen
verbunden sind. Die durch die Rammkernsondagen nachgewiesenen
Stratigraphien deuten auf eine Entstehung in der Spätantike.
In der Kampagne 2008 wurde nach vorläufiger Auswertung der
Bohrkerne und der darin erhaltenen Reste fluvialer Vegetation und
Fauna gezeigt, daß die Flußläufe mit künstlichen
Fahrrinnen verbunden waren, die eine Verbindung ins offene Meer
herstellten. Eine solche Fahrrinne ist in der geomagnetischen
Kartierung (Abb. 17) westlich des südlichen Abschlusses der
Stadtbefestigung deutlich erkennbar. Offenbar nutzte man zu einem
Zeitpunkt, als das Becken des geschlossenen Hafens und die
küstennahen Zonen der Bucht bereits weitestgehend verlandet waren,
einen natürlichen Flußlauf in Kombination mit Fahrrinnen und
Kanälen um die Verbindung der Stadt zum Meer aufrecht zu erhalten.
Diese Notwendigkeit bestand mit der Aufgabe bzw. Verlegung von Elaia
im 6./7. Jh. nicht mehr (s. o.). In dieser Zeit entstand zudem weiter
südlich in der Bucht eine natürliche Nehrung, die im Mittelalter
künstlich aufgeschottert wurde (Abb. 1). Sie bot einen gewissen
Ersatz für die verlandeten Häfen und wird noch heute als lokaler
Ankerplatz genutzt.
- Keramik
Der intensive Keramiksurvey läßt die Entwicklung der Stadt in den Hauptphasen ihrer Existenz gut nachvollziehen (Abb. 5–8). Mittlerweile ist es auch gelungen, eine fast durchlaufende Keramikabfolge von der frühen Bronzezeit bis in die frühbyzantinische Epoche nachzuweisen. Allein in der mittleren Bronzezeit klafft noch eine Lücke, die allerdings auch für andere prähistorische Fundplätze in der Umgebung typisch ist. Charakteristische Formen des 1. Jh. v. Chr./1. Jh. n. Chr. sind deutlich unterrepräsentiert.
Während in klassischer Zeit der Einfluß der attischen Keramik überwiegt, ist für den Hellenismus eine spürbare Dominanz der pergamenischen Formen festzustellen. So sind alle pergamenischen Gattungen der Zeit, d.h. Keramik im Westabhangstil, weißgrundige Ware, Applikenkeramik, megarische Becher sowie Keramik mit einfachem Überzug und schließlich pergamenische Sigillata reichlich vertreten. Damit haben wir ein weiteres wichtiges Argument für den Einfluß Pergamons auf die materielle Kultur Elaias gewonnen. Außergewöhnlich zahlreiche Funde von gestempelten Amphorenhenkeln eröffnen interessante Perspektiven für die Rekonstruktion der Handelsbeziehungen Elaias in spätklassischer und hellenistischer Zeit.
Wichtige Ergebnisse wurden zur Keramikherstellung in Elaia erzielt (s. o. „Archäometrie“). Hinweise auf eine spätklassische Produktion liegen in Form eines Fehlbrandes vor, während Töpferei im Hellenismus durch archäometrische Analysen sowie durch den Fund einer Model für die Herstellung eines Terrakotta-Altärchens (Abb. 19) nachgewiesen ist. Die Model zeigt eine stehende Frau, die im Begriff ist ein Kultbild der Athena zu bekränzen. Hier könnte ein Zusammenhang mit dem lokalen Kult der Göttin bestehen, die nach einem hellenistischen Dekret zu urteilen auf der Akropolis einen Tempel besaß. Aus der römischen Kaiserzeit stammen Fehlbrände von Çandarlı- Ware bzw. Eastern Sigillata C, was für eine Filialwerkstätte in Elaia spricht. Durch Fehlbrände am besten bezeugt ist hingegen eine spätrömische Töpferwerkstatt für Baukeramik und grobes Küchengeschirr, die sich anhand von Öfen in der geomagnetischen Kartierung im Nordwesten des Stadtgebietes lokalisieren läßt.
- Beziehungen zu Pergamon
Ausgehend von der schriftlichen Überlieferung wurde zu Beginn des Projektes als Arbeitshypothese formuliert, daß die Ausdehnung des Stadtgebietes von Elaia und seiner Befestigung in starkem Maße von den Bedürfnissen und Interessen der aufstrebenden pergamenischen Monarchie bestimmt waren. Diese Hypothese wurde durch die oben dargelegten Ergebnisse zur Besiedlungsdichte, zu den Befestigungsanlagen und zu den Häfen gestützt. Die Ergebnisse präzisieren unser Bild der Beziehungen zwischen der hellenistischen Residenzstadt und ihrem Hafenort und legen die Strategien offen, mit denen die pergamenischen Herrscher auf die Gestaltung einer älteren Polis einwirkten.
Darüber hinaus läßt sich der Einfluß Pergamons auch an Detailformen ablesen: Auf Parallelen in so unterschiedlichen Bereichen wie der Ausführung der Stadtmauer oder den Keramikrepertoires wurde oben bereits hingewiesen. Pergamenischen Einfluß lassen auch einzelne Architekturteile erkennen. So findet die Trommel einer Dreiersäule unmittelbare Pendants in Pergamon (Abb. 20). Mehrere Geschoßkugeln aus Andesit, die alle aus der Nähe des Innenhafens stammen und damit dessen militärische Bedeutung nochmals unterstreichen, weisen Kaliber auf, die den bekannten Exemplaren aus den Arsenalen von Pergamon zwar nicht exakt entsprechen, jedoch sehr nahe kommen (Abb. 21).
Vor diesem Hintergrund verfestigt sich das Bild einer gezielten Einflußnahme Pergamons auf Städtebau und Hafengestaltung, während Parallelen im Keramikrepertoire eher einer allgemeinen kulturellen Dominanz der Metropole geschuldet sein dürften. Damit besitzen wir ein aufschlußreiches Gegenmodell zur Entwicklung von Atarneus im nordwestlichen Tal des Kaikos (SPP-Teilprojekt von M. Zimmermann), das unter pergamenischer Herrschaft ganz offensichtlich an Bedeutung verlor.
- Nekropolen
Bei der Untersuchung der Umgebung von Elaia gilt den Nekropolen besonderes Augenmerk, da sie nicht nur Informationen über die historische Entwicklung, kulturelle Zugehörigkeit und den Rang der Polis Elaia liefern können, sondern zugleich auch erste Hinweise auf die Besetzung des Territoriums geben. Zu unseren bisherigen Kenntnissen der Nekropolen haben besonders zwei Notgrabungen infolge illegaler Ausgrabungen beigetragen, die im Sommer 2008 und im Frühjahr 2009 in Zusammenarbeit mit dem Museum Bergama durchgeführt wurden. Nördlich der Stadt entlang einer antiken Ausfallstraße wurden mehrere Brandgräber freigelegt, die nach Auswertung des Fundmaterials in hellenistische Zeit gehören. Die durch den Pflug z.T. stark zerstörten Bestattungen enthielten einfache keramische Inventare, die für uns jedoch einen hohen Aussagewert besitzen. Für die Kenntnis von der Gesamtanlage der Nekropole ist der Nachweis der Begrenzung einer Gräberstraße mit einer Einlassung für eine Stele von besonderem Interesse (Abb. 22).
Auf dem Bozyertepe, einem west-östlich orientierten Hügelrücken nördlich der Stadt (Abb. 1), erstreckt sich im Bereich einer Felsbarre eine ausgedehnte Nekropole aus Kistengräbern. Umweit davon liegt ein großer Grabhügel mit einem Durchmesser von ca. 50 m, dem jahrelang von Raubgräbern mit schwerem Gerät zugesetzt wurde (Abb. 23). Dabei kam 2008 im Zentrum des Hügels die Ecke einer Baustruktur zu Tage, die eine Notgrabung unumgänglich machte. Die Baustruktur erwies sich als turmartige Anlage, die mit einer dichten Packung aus Bruchsteinen verfüllt war (Abb. 24). Reste einer Bestattung konnten weder innerhalb, unterhalb oder neben der Baustruktur gefunden werden, die auf dem anstehenden Fels gründet. Vergleiche mit ähnlichen Befunden in der Troas legen nahe, die Baustruktur als Fundament für eine Bekrönung des künstlichen Hügels, z. B. in Form einer Statue oder einer großen Stele, zu interpretieren. Ähnlich wie für einige Tumuli in der Troas vermutet, könnte es sich bei dem Hügel auf dem Bozyertepe also um ein Monument handeln, daß in spätklassischer oder frühhellenistischer Zeit als Reminiszenz an eine heroische Vorzeit errichtet wurde. Mit einem solchen Kenotaph (eines lokalen Heroen?) könnte z. B. auf die sagenhafte Gründung der Stadt durch Menestheus, Anführer des attischen Kontingentes im Trojanischen Krieg, oder auf die Kämpfe des Telephos in der Umgebung der Stadt angespielt worden sein (Strabon 13, 3, 5; Paus. 9, 5, 14).
- Umland
Bei der Untersuchung des Umlandes von Elaia kam eine gestaffelte Survey-Strategie zum Einsatz, um einen repräsentativen Eindruck von der Besiedlungsstruktur im Umkreis der Polis zu erhalten. Vor den Stadtmauern wurde ein 200 m tiefer Streifen intensiv begangen. Vor allem im Nordosten mit einer dichten vorstädtischen Besiedlung entlang der Ausfallstraßen zu rechnen ist. In einem Radius von 5 km um die Stadt wurden extensive Begehungen durchgeführt, die u. a. eine spätantik-frühbyzantinische Siedlung erbracht haben, die mit großer Wahrscheinlichkeit ab dem 6.–7. Jh. n. Chr. zur landeinwärts gelegenen Nachfolgesiedlung von Elaia wurde. Besonderes Augenmerk gilt mehreren befestigten Plätzen südöstlich der Stadt, bei denen es sich um Anlagen handeln könnte, die – ebenso wie Elaia selbst – der Sicherung des südlichen Zugangs in das Tal des Kaikos, d. h. des Kerngebiets der hellenistischen Herrschaft der Attaliden, gedient haben (Abb. 25, 26). Um innerhalb des extensiv begangenen Gebietes auch Einblicke in die Verteilung kleiner ländlicher Siedlungen zu gewinnen, wurden mehrere repräsentative Korridore für intensive Begehungen definiert. Auf diese Weise konnten in der Umgebung der befestigten Plätze und im Osten der Stadt mehrere hellenistische-byzantinische Hofstellen nachgewiesen werden.
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Abb. 17: Archäologische Karte von Elaia auf Basis von oberflächlich sichtbaren Befunden und geophysikalischer Prospektionen (Stand 2011)
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Abb. 16: Frühbronzezeitliches Steinbeil
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Abb. 18: Werkzeichen auf Andesitmauer
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Abb. 19: Model zur Herstellung kleiner tönerner Altäre mit Darstellung der Bekränzung eines Kultbildes des Athena
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Abb. 20: Trommel einer Dreiersäule aus Elaia
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Abb. 21: Geschosskugeln aus Andesit aus Elaia
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Abb. 22: Begrenzung einer Gräberstraße mit Einlassung für Stele
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Abb. 23: Tumulus auf dem Bozyertepe. Geländemodell mit Schnitten der Raubgräber (Th. Fuhrmann)
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Abb. 24: Tumulus auf dem Bozyertepe. Ansicht nach Abschluß der Grabungsarbeiten
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Abb. 25: Festung ‚Gavur Evleri‘, im Hintergrund der Sakarkaya mit befestigtem Gipfelplateau
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Abb. 26: Befestigte Anlage ‚Zindan Kayası‘ mit der Bucht von Gryneion im Hintergrund
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Dank
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Für kollegiale Zusammenarbeit danken wir den Regierungsvertretern Funda Ünal (Bursa), Mustafa Baysal (Tire), Naci Toy (Ankara), Fatih Özdel (Antalya), Tolga Koparal (İzmir), Ertan Yilmaz (Aydin) und Güner Özler (Bodrum) sowie den Kolleginnen und Kollegen vom Museum Bergama (Leitung Adnan Sarıoğlu). Vielfältige Unterstützung haben wir weiterhin vom Bürgermeister von Zeytindağ, Herrn Feridun Ergün, und den Bewohnern von Kazıkbağları erfahren. Hier sind besonders Hüsamettin Gürel sowie Halil und Yüksel Afşin zu nennen. Ihnen gilt unser besonderer Dank!
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Letzte Änderung:
28.12.2011
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