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Laufende Arbeiten
Laufende Arbeiten
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Erstellung einer Karte des Stadtgebietes von Atarneus im Maßstab 1:500
- Auswertung und Umzeichnung der Fundkeramik aus der Sommerkampagne 2009
- Übertragung der Ergebnisse der Sommerkampagne 2009 in eine Datenbank
- Erstellen eines GIS Systems für die nordwestliche Kaikosebene
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Inhalt bitte hier einfügen. |
Surveykampagne 2009
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In der Zeit vom 27.07.2009 bis
zum 22.08.2009 wurde in Atarneus und dem Umland von Pergamon, die vierte
Kampagne des laufenden Projektes durchgeführt. Während der ersten beiden
Kampagnenwochen wurde dabei die bereits in den vorausgehenden Jahren begonnene
Dokumentation von Baubefunden und Oberflächenkeramik im Stadtgebiet von
Atarneus fortgesetzt. In den beiden folgenden Wochen konnte der Survey im
umland von Atarneus fortgesetzt und die intensive Begehung in einem Areal im
Kaikostal begonnen werden. Der folgende Bericht zur Kampagne 2009 ist in drei
Abschnitte gegliedert: 1. Die Arbeiten im Stadtgebiet von Atarneus, 2. Grundlagen
zum methodischen Vorgehen beim intensiven Survey, 3. Ergebnisse des intensiven
Surveys 2009.
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Arbeiten in Atarneus
Dokumentation im Stadtgebiet von
Atarneus:
Aufgrund der starken Regenfälle
in der Küstenregion von Dikili während des Winters 2008/09 war das
Siedlungsgebiet von Atarneus in einem wesentlich stärkeren maße als in den
Vorjahren mit Pflanzen bewachsen. Da durch den Wandel des Oberflächenbewuchses
eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse des Keramiksurveys mit den Resultaten des
Vorjahres nicht gewährt werden konnte, wurde der Keramiksurvey im Stadtgebiet
von Atarneus für die Kampagne 2009 ausgesetzt.
Die Neuaufnahme von Baubefunden
konzentrierte sich auf die Bebauung im Bereich der nördlichen und östlichen
Oberstadt und am Westabhang der Stadt. Neben der Dokumentation neuer Befunde
wurden parallel ausgewählte Befunde, die während der letzten Kampagnen bereits
aufgenommenen wurden, in Steinplänen im Maßstab 1:20 und 1:50 gezeichnet.
Auf dem Hügelrücken im Nordosten
der Stadt wurde die Ostnekropole der Stadt dokumentiert.
In der abschließenden
Kampagnenwoche wurden im Stadtgebiet von Atarneus von der Firma Eastern Atlas
geomagnetische Messungen durchgeführt. Die Messungen wurden dabei im Bereich der
Terrassen des Westabhanges sowie der östlichen und nördlichen Terrasse der
Oberstadt durchgeführt. Aufgrund der Boden- und Gesteinsverhältnisse konnten
durch diese Messungen zwar bisherige Beobachtungen bestätigt, aber keine
weiteren Ergebnisse gewonnen werden.
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Stadtplan von Atarneus, Stand: 2009.
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Atarneus, Grundriss der Gebäude auf der untersten Westterrasse.
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Umlandsurvey - Vorgehen 2009
Erläuterungen zum Vorgehen des Surveys im Umland von Pergamon Das rund 225 km2 große
Areal des nördlichen Kaikostales westlich von Pergamon lässt sich nur durch
eine Kombination von intensiven und extensiven Surveymethoden annähernd
umfassend untersuchen. Im größten Teil des untersuchten Landschaftsraums sind
wir aus logistischen Gründen auf extensives Vorgehen angewiesen. Untersucht
werden dabei alle Fundplätze der Region, die in der bisherigen Literatur
erwähnt wurden sowie Sites, die durch die Information der einheimischen
Bevölkerung neu erschlossen werden können. Für den intensiven Survey wurden
zwei repräsentative Flächen jeweils in der Nähe der wichtigsten antiken
Siedlungen in dem untersuchten Gebiet ausgewählt. Dabei erstreckt sich das
Gebiet um Atarneus von der Ebene im Süden der Stadt bis weit in die
Kozakausläufer im Nordosten hinein, während mit dem Gebiet südlich von
Teuthrania ein Areal in der heute weitgehend flachen Pflanzebene des
Kaikostales ausgewählt wurde. Die beiden, in dem untersuchten Gebiet
vorherrschenden Landschaftsformen, Hügelland und Ebene, werden also
gleichermaßen untersucht. Mit einer Gesamtfläche von ca. 28 km2
deckt die intensiv untersuchte Fläche etwa 12 % des Untersuchungsgebietes ab.
Die für den intensiven Survey
vorgesehenen Areale werden soweit dies möglich ist, vollständig in Reihen von
20 m Abstand begangen. Als Fundstellen werden nun alle Plätze definiert, in
denen wir auf Reste antiker Architektur stoßen, wo sich einzelne Kleinfunde
finden, oder es zu signifikanten Konzentrationen von Oberflächenkeramik kommt
(im Bergland ab ca. 5 Scherben auf 100 m2 bei den gepflügten
Ackerböden in der Ebene ab ca. 10 Scherben pro 100 m2). Fundstellen
werden zunächst auf ihre Ausdehnung hin untersucht und die Eckpunkte mit einem
GPS- Messgerät (Genauigkeit von 5 m Abweichung) eingemessen. Je nach dem
inwieweit die so vermarkten Fundstellen sich aufgrund der Bodenbeschaffenheit
und Vegetation eine weitere Untersuchung erlauben, werden nun zum einen
sämtliche sichtbaren architektonischen Befunde dokumentiert, Steinfunde
aufgenommen und Keramik gesammelt. Bei der Dokumentation wird dabei so
vorgegangen, dass in jedem Fall, also auch wenn große Teile der Fundstelle
keine Voraussetzungen für eine vollständige und gleichmäßige intensive Untersuchung
bieten, soweit wie möglich signifikante Fragmente aufgenommen werden. In den
vollständig erfassbaren Arealen werden hingegen sämtliche signifikanten
Fragmente eingesammelt und im Fall, dass sich mehr als 5 Fragmente pro Quadratmeter finden, in einem
beispielhaft ausgewählten Quadranten sämtliche Fundstücke in einem Areal von 5
m x 5 m dokumentiert und statistisch ausgewertet.
Dieses Vorgehen ermöglicht es, in
den intensiv untersuchten Feldern einen Eindruck von der Dichte und Verteilung
der in antiker Zeit genutzten Plätze zu erhalten und die Nutzungsspanne des
jeweiligen Ortes zumindest grob zu erfassen. Weitere Informationen über die
untersuchten Fundstellen können sich aus einer abschließenden, vergleichenden
Gegenüberstellung ergeben. Die Situation der intensiven Landnutzung
insbesondere in der Kaikosebene werden sich hier jedoch immer relativierend
auswirken.
Erläuterungen zu den
Abbildungen:
Abbildung 1 bietet einen
Überblick über das gesamte Untersuchungsgebiet wieder. Dabei sind moderne Orte
mit blauen und die wichtigsten im Survey erfassten Sites mit rot beschriftet.
In gelb hinterlegten Rechtecken sind die im intensiven Survey erfassten
Quadranten angegeben.
Abbildung 2 zeigt das Gebiet für
den intensiven Survey in der Umgebung von Atarneus. Das Areal erstreckt sich
über eine Fläche von 3 km x 6 km. In der Fläche ist die Ebene südlich, östlich
und westlich der antiken Siedlung ebenso mit erfasst, wie das nordöstlich
anschließende Bergland. Die Ausmaße der Fläche ergeben sich durch den Grat des
Boazbeyirtepe nach Süden, da durch diesen die Schwemmebene südlich von Atarneus
natürlich abgeschlossen wird. Nach Nordosten erstreckt sich das Areal bis zu
den antiken Ruinen bei Kiroba, der größten bekannte Fundstelle im Bergland
nördlich von Atarneus. Rosa markiert ist das im Summer 2008 begangene, türkis
markiert das im Sommer 2009 untersuchte Gebiet. Die violett hinterlegten
Flächen müssen in den noch ausstehenden Kampagnen noch begangen werden.
Abbildung 3 zeigt das für den
intensiven Survey vorgesehene Gebiet südlich der Ortschaft Asagikiriklar und
die bei den bisherigen Untersuchungen dokumentierten Sites.
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Kartierung der Fundstellen des intensiven Surveys im Umland von Atarneus.
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Kartierung der Fundstellen des intensiven Surveys im Umland von Atarneus.
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Kartierung der Fundstellen des intensiven Surveys im Kaikostal.
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Umlandsurvey - Ergebnisse 2009
Funde aus dem Kybele Heiligtum auf dem Mollah Mustafa Tepe
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Inschriftenstele mit einer lateinischen Weihinschrift; gefunden in Asagikiriklar.
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Surveykampagne 01.09.2008 - 27.09.2008
Die diesjährige Kampagne des Surveys im Umland von Pergamon begann am 01.09.2008 und wurde am 27.09.2008 beendet. Mit den Arbeiten während der Kampagne wurden drei Ziele verfolgt: - Fortsetzung der Befundaufnahme in Atarneus, die in der Kampagne UM07 begon-nen wurde. - Intensive Untersuchungen im Umland von Atarneus um Hinweise auf antike Sied-lungsstruk¬turen in der Umgebung der hellenistischen Polis erfassen zu können. - Befundaufnahme der hellenistischen Bauten am Memeli Tepe und Kalerga Tepe Im Stadtgebiet von Atarneus wurden in der Zeit vom 02.09.2008 bis 13.09.2008 pa¬rallel ein Architektur und ein Keramiksurvey durchgeführt. Im Zentrum der Aufnahme architektonischer Befunde stand die Fertigstellung der Baudoku-mentation der Stadtmauerringe, sowie die Wohnbebauung im Bereich der Oberstadt, die Wohnterrassen am Südabhang und die Gräber der Westnekropole. (Panorama, Stadtmauer und Ostabhang) Bei dem intensiven Keramiksurvey wurden in 67 Quadranten von je 10 m auf 10 m, die sich über das gesamte Gebiet innerhalb der Stadtmauern verteilen (s. Abb ) Keramikfragmente gesammelt und dokumentiert. Die Untersuchung des Umlandes von Atarneus wurde in Form eines intensiven Surveys durchgeführt, bei dem in östlicher, westlicher und südlicher Richtung an das Stadtgebiet an-schliessende Areale begangen wurden (s. Abb. ). Anzeichen auf eine antike Besiedelung und Landnutzung fanden sich nur an den Füßen von Hängen sowie auf Hügelkuppen, die sich aus der vollständig fundleeren Schwemmebene erheben. Auf einer dem Kaleh Tepe nördlich vor gelagerten Erhebung konnte im Rahmen des Surveys eine ca. 30 Gebäude umfassende Siedlung aus mittel- bis Spätbyzantinische Zeit erfasst und dokumentiert werden. Ferner fanden sich spätbyzantinische Siedlungsspu-ren am Fuß des Boazbeyir Tepe, ein Steinbruch mit unbestimmter Nutzungszeit auf dem westlichen Hügelrücken desselben Hügels. Auf einem Hügel ca. 800 m nordöstlich von Atar-neus konnte eine 30 m auf 30 m große Podiumsstruktur aus opus caementitium dokumen-tiert werden. Im Anschluss an die Arbeiten im unmittelbaren Umfeld von Atarneus wurden während der letzten Arbeitstage die bereits in der Kampagne 2006 gesichteten, jedoch nie ausführlich dokumentierten Ruinenstätten auf dem Memeli Tepe und dem Kalerga Tepe mit ei¬nem Architektur- und einem Keramiksurvey intensiv dokumentiert. Folgende, vorläufige Ergebnisse lassen sich nach der Kampage 2008 erwarten: 1. Wichtige Erkenntnisse liefert der Keramiksurvey in Atarneus; die bisherigen Ergebnisse der Keramikauswertung bestätigen und festigen dabei gleichzeitig chronologischen Überle-gungen zur Besiedlungsgeschichte der Stadt. 2. Bei der Dokumentation der Architekturbefunde in Atarneus ergibt sich ein zu¬nehmend dichteres Bild der Siedlungststruktur der hellenistischen Stadt: Neben der Aufnahme eines Großteils der Wohnbereiche, konnten sowohl die Stadtmauern voll¬ständig aufgenommen, als auch die stadtnahe Westnekropole umfassend dokumen¬tiert werden. 3. Das Bild der Besiedlung und Nutzung des westlichen Kaikostals in byzantinischer Zeit wird zunehmend dichter - hier wird sich ein zunehmend genaueres Bild der ge¬samten Land-nutzung erkennen lassen. 4. Aufgrund der Erhaltungssituation werden sch aus hellenistischer Zeit, im Bereich ausser-halb der Städte vor allem Hinweise auf die Befestigung der Chorai erkennen lassen. Mit den beiden Festungen am Memeli Tepe und auf dem Kalerga Tepe haben sich hier bereits zwei sehr wichtige Befunde ausführlich dokumentieren lassen.
An der Kampagne nahmen folgende Mitarbeiter teil: Prof. Dr. Martin Zimmermann (München, Projektleitung) Dr. Güler Ates (Heidelberg, Leitung Keramiksurvey und Keramikbearbeitung) Dr. des. Albrecht Matthaei (München, archäologische Befundaufnahme) Tobias Schilli (Karlsruhe, Vermessung) Stefan Heiker (Karlsruhe, Vermessung) Melanie Heinle (München, archäologische Befundaufnahme) Anna Marx (München, archäologische Befundaufnahme) Simone Killen (München, archäologische Befundaufnahme) Ludwig Meier (München, archäologische Befundaufnahme) Marcel Danner (München, archäologische Befundaufnahme) Johannes Friedel (München / Berlin, archäologische Befundaufnahme) Arne Reinhardt (München / Berlin, archäologische Befundaufnahme) Thomas Zimmermann (Glücksburg, fotografische Dokumentation)
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Der Siedlungshügel von Atarneus (von Südwesten)
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Feldbegehung in der Ebene vor Atarneus
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Fundkonzentration bei einem Feld am Fuß des Boyazbeyir Tepe
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Surveykampagne 30.07.2007 bis 31.08.2007 / Umland
Die Sommerkampagne 2007 des Surveys in der Chora von Pergamon begann am 30.07.2007 und dauerte bis zum 31.08.2007. Da die Arbeitsgenehmigung für den Survey entgegen der ursprünglichen Planung erst gegen Mitte August eintraf, konnten wir erst am 14.08.2007 mit den Arbeiten in Atarneus beginnen. Die Wartezeit wurde genutzt, um mit täglichen Exkursionen einen möglichst umfassenden Überblick über jene aus der Literatur bekannten antiken Überreste in Teilen der Chora von Pergamon und den angrenzenden Gebieten zu erhalten, die in der Kampagne 2006 nicht aufgesucht worden waren. Auf diese Weise konnten für spätere Phasen der Feldforschungen geplante Prospektionen vorbereitet werden. Folgende, für die Geschichte der pergamenischen Chora sowie des Umlandes von Atarneus wichtige Beobachtungen verdienen, gesondert hervorgehoben zu werden: Bei Ausflügen auf die Kane-Halbinsel bei Asarlik, an den Rand der südlichen Kaikosebene beim heutigen Karacidirli sowie in das Bergland nördlich von Atarneus bei Nebiler konnten hellenistische Turmgehöfte besichtigt werden. Bauten dieser Art sind als Zentren großer Wirtschaftsgüter aus anderen Regionen der Ägäis wie der türkischen Südküste bereits sehr gut bekannt, bisher aber in diesem Abschnitt der Westküste nicht beobachtet oder – wie die Bauten auf der Kane-Halbinsel – als Militär- oder Signalanlagen mißverstanden worden. Wie im Gegensatz zu diesen aufwendigen Gehöften die tatsächlich militärischen Zwecken dienenden Festungen (phrouria) Pergamons aussahen, konnte am Beispiel einer Siedlung bei dem Dorf Yaylaköyi studiert werden. Aufmerksamkeit verdienen darüber hinaus die antiken Siedlungsreste im Flußtal bei Demirciler, das wenige Kilometer östlich von Atarneus liegt. Hier fanden sich die beachtlichen Überreste einer bisher unbekannten römischen Druckwasserleitung, von der noch zwei Türme mit Bogenkonstruktionen sowie eine mehrere hundert Meter lange Wasserleitung erhalten sind. Ähnlich bemerkenswert ist die Lokalisierung einer in älteren Reiseberichten kurz erwähnten römischen Therme bei dem Dorf Demirciler. Wie die Besichtigung der Überreste zeigen konnte, hatte die an heißen Quellen errichtete Anlage nicht nur beachtlichen Ausmaßen, sondern zu ihr gehörte auch eine größere kaiserzeitliche Siedlung, wie einzelne, teilweise sehr gut erhaltene Baureste belegen.
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Exkursionsziele in der Chora von Pergamon
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Survey Kampagne 30.07.2007 bis 31.08.2007 / Atarneus
In der Zeit vom 14.08.2007 bis zum 30.08.2007 wurde in Atarneus, auf der Grundlage der während der Kampagne 2006 erstellten Skizzen, mit der archäologischen Befundaufnahme der Siedlungsreste begonnen. Wegen der knappen Zeit haben wir uns auf die Befestigungsmauern mit ihren beiden Haupttoren, das Palastareal bzw. die Oberburg und Teile der Wohnsiedlung am Westhang konzentriert. Zugleich wurde systematisch Keramik aufgesammelt, wobei neben den Einzelbefunden auch 34 ausgewählte Areale am Nord-, Süd- und Osthang abgesammelt wurden. Alle in der Kampagne erfaßten architektonischen Überreste wurden mit Planzeichungen und Fotos sowie einem ausführlichen Mauerkatalog dokumentiert und von Geodäten eingemessen. Auf dieser Grundlage wird ein Stadtplan im Maßstab 1:500 erstellt. Atarneus wurde ferner mittels GPS-Technologie in das neue Vermessungsnetz von Pergamon (PergSys2005) eingebunden, um eine Eintragung aller Befunddaten in das GIS-Pergamon zu gewährleisten. Die während der Kampagne 2007 anhand der Keramik erzielten Ergebnisse gewähren neben den Baubefunden wichtige Einblicke in die Stadtgeschichte. So konnten wir den Siedlungsbeginn auf dem Burghügel anhand von sogenannter Troia VI-Ware spätestens in die Späte Bronzezeit datieren und eine Besiedlung der oberen Bergkuppe während der gesamten Eisenzeit feststellen, da sich in diesem Bereich der Siedlung die für Kleinasien charakteristische eisenzeitliche und Graue Ware konzentrierten. Importe attischer Luxuskeramik der archaischen Zeit belegen eine Siedlungskontinuität, ohne daß allerdings Überreste einzelner Bauten diesen frühen Siedlungsphasen zuzuordnen wären. Deutlich konkreter wird das Bild in spätarchaisch-klassischer Zeit. Die Erwähnung von Atarneus im Kontext der Perserkriege spricht dafür, daß bereits im 6. Jh. eine bedeutende Siedlung existierte, deren Innenbebauung ohne Grabung allenfalls in Spuren auffindbar ist. Immerhin läßt sich feststellen, daß der Siedlungshügel in klassischer Zeit durch eine sehr imposante Ringmauer geschützt wurde, die in einer Stärke von 2,80 m den gesamten Berg einfaßte und wenigstens zwei Haupttore besaß. Diese in pseudoisodomem Quaderwerk errichtete Befestigung ist heute in einzelnen Abschnitten bis zu einer Höhe von ca. 6 m erhalten. Das Siedlungsgebiet, das diese Mauer schützte, umfaßte stolze 24 ha, womit Atarneus bis zum frühen Hellenismus die mit Abstand größte Siedlung in diesem Küstenstreifen Kleinasiens war. Über die Innenbebauung der klassischen Zeit ist ohne Grabung wenig zu sagen. Von hohem Interesse sind freilich die Bauten der Oberburg, die bereits zu Beginn des 20. Jh.s den Archäologen aufgefallen sind. Es handelt sich bei dem Gebäude um einen mehrräumigen, um einen Peristylhof angelegten Komplex, der in verschiedenen Bauphasen der spätklassischen und frühhellenistischen Zeit umgebaut und erweitert wurde. Spuren von weiteren klassischen Mauern in der byzantinischen Burg, die nach Ausweis der Keramik in mittel- bis spätbyzantinischer Zeit an der Stelle des alten Siedlungskerns errichtet wurde, deuten darauf hin, daß der gesamte Bereich, der heute von der byzantinischen Burg eingenommen wird, bereits in diesen klassischen Baukomplex einbezogen war. Baureste, auf der nächsten Geländestufe westlich hangabwärts gelegen und in sehr ähnlicher Polygonalmauertechnik errichtet wie der Palast, sprechen dafür, daß in klassischer Zeit in diesem Hangareal weitere Repräsentationsbauten existierten. Die großen Zugangsstraßen zur Stadt, die aufwendigen Toranlagen und ausgedehnte Nekropolenbereiche dürften bereits zu dieser Zeit bestanden haben. Ein inschriftlich in der Mitte des 4. Jh.s belegter Tempel des eponymen Stadtgründers ist bisher der einzige Hinweis auf weitere öffentliche Bauten dieser Zeit, wobei die klassischen Agorai in ihrer Lage mit jenen der hellenistischen Zeit identisch gewesen sein dürften. Damit ist angedeutet, daß in hellenistischer Zeit die Grundstruktur der Stadtanlage offenbar beibehalten wurde; aber auch einige bemerkenswerte Neuerungen wurden vorgenommen. Dank des rezenten Einsturzes einer Kurtine der hellenistischen Stadtmauer, bei dem Keramik aus der Verfüllung und aus Häusern, die an die Innenschale angebaut waren, zu Tage kam, konnte diese Fortifikation in das 3. Jh. v. Chr. datiert werden. Ungefähr im zeitlichen Horizont des philetairischen Pergamon fiel demnach die Entscheidung, die Befestigung mit hohem finanziellen Aufwand den zeitgenössischen Bedürfnissen anzupassen. Die neue Mauer (Abb. 4), die eine Geländestufe oberhalb der klassischen Vorgängeranlage errichtet wurde, schloß nun den oberen Siedlungsbereich ein, wobei die klassische Burg in den kompakten Ring gesondert integriert wurde. Diese Ringmauer und weitere, zwischen Festungskern und äußerem Mauerring errichtete Längsmauern sowie verschiedene hellenistische Terrassen gliederten nun das Stadtareal in voneinander abgegrenzte Bezirke. Auf den Terrassen sind neben den großen Straßen, die einzelne Siedlungsabschnitte miteinander verbanden, auch die Agorai der Stadt zu lokalisieren. So dürfte um das Tempelpodium im Westen ebenso ein Platz angelegt worden sein wie im Süden unterhalb des Palastes. Die auf diesen Platz einmündende gepflasterte Zugangsstraße und die Konzentration von Amphorenscherben und anderen Großkeramiken lassen an eine Wirtschaftsagora in diesem Bereich denken. Vereinzelt am Südosthang aufgelesene Fehlbrände belegen eine lokale Keramikproduktion, die in dieser Region der Stadt in frühhellenistischer Zeit einsetzte. Da das Spektrum der Oberflächenfunde, sowohl der Keramik wie der Terrakotten, deutlich dafür spricht, daß die Stadt während des späten 4. und frühen 3. Jh.s eine Phase des Wohlstandes erlebte, ist es auffällig, daß sich im Stadtgebiet und den byzantinischen Spolienmauern keine Indizien für aufwendige, mit Bauornamentik geschmückte öffentliche Gebäude finden. Die nach Ausweis der Keramik um 200 v. Chr. einsetzende Phase langsamen Niedergangs fällt in eine Zeit, als andernorts der für viele hellenistische Städte charakteristische Bauboom erst begann. Auch in Atarneus wollte man offenbar im 3. oder frühen 2. Jh. zunächst noch Anschluß an diese allgemeine Entwicklung der Urbanistik halten und wandte sich zu diesem Zweck wie andere Nachbarn auch an das pergamenische Königshaus. Offenbar war die Bitte um Unterstützung sogar erfolgreich, denn im Stadtgebiet finden sich auf der Ost- und Südseite der Oberburg gestempelte Dachziegel mit dem Schriftzug BAΣIΛIKH, die aus Pergamon gut bekannt sind und allgemein in die Königszeit (3./2. Jh. v. Chr.) datiert werden. Eine Besiedlung in der römischen Kaiserzeit ist nur anhand weniger Scherben nachweisbar, die auch auf andere Weise auf den Siedlungshügel gelangt sein können. Erst in spätbyzantinischer Zeit wurde schließlich auf dem Burgberg eine Festung errichtet. Zu diesem Zweck wurde auf der Nordseite die teilweise eingestürzte hellenistische Stadtmauer repariert und ein neuer, vor allem in den nordwestlichen Abschnitten geböschter Mauerring um die obere Bergkuppe gezogen, wobei im Bereich des klassisch-hellenistischen Festungskerns des ehemaligen Palastbereichs wiederum eine kleine Zitadelle gebaut wurde. Auf der Südseite der Zitadelle wurde eine mit Türmen versehene Mauer errichtet, die zum nördlichen Mauerring führte, um den Wohnbereich komplett sichern zu können. Rund zwei Dutzend innerhalb des Mauerrings gebaute byzantinische Häuser und Keramik hoher Qualität dieser Zeit bezeugen eine kleine Gemeinde, die hier für einige Generationen Zuflucht fand, bevor der Hügel endgültig als Siedlungsplatz aufgegeben wurde.
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Stadtmauerabschnitt in polygonaler Technik
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Stadtmauerabschnitt aus hellenistischer Zeit
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Stadtmauerabschnitt aus byzantinischer Zeit
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Ziegelfund aus dem Bereich der Akropolis
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Hellenistische Fundkeramik
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Survey Kampagne 3.8. - 20.8.2006
Das Arbeitsgebiet im westlichen Kaikostal
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1. Atarneus / Kaleh Ageli
Vorgehen
In der ersten Phase des Surveys konnten der gesamte Siedlungsbereich von Atarneus, die Nekropolen sowie potentielle Fundstellen im Umfeld des Hügels untersucht und vorläufig dokumentiert werden. Dabei gingen wir in vier Schritten vor: 1. Zunächst wurde das Siedlungsareal komplett begangen, um eine erste Analyse der oberflächig sichtbaren Befunde vorzunehmen. 2. Es erfolgte die zeichnerische Dokumentation der Oberflächenbefunde durch nicht maßstäbliche Planskizzen, wobei die gesamte Oberfläche des Stadtbergs und somit alle für die folgenden Kampagnen relevanten Abschnitte erfaßt wurden. 3. An verschiedenen Stellen des Siedlungsareals wurde stichprobenartig Oberflächenkeramik aufgelesen, um einerseits einen Überblick über das in Atarneus zu erwartende Keramikspektrum zu erhalten und andererseits einen ersten, vorläufigen Eindruck von der zeitlichen Streuung des Materials zu gewinnen. Die Bearbeitung der Fundkeramik erfolgte durch Frau Güler Ateş. Die Funde wurden in Bergama inventarisiert, katalogisiert und auszugsweise photographisch erfaßt. 4. Besonders aussagekräftige, im Bestand gefährdete sowie überdurchschnittlich gut erhaltene Architekturbefunde wurden bereits photographisch dokumentiert.
Ergebnisse
Seit den Prospektionen und Grabungen am Anfang des 20. Jahrhunderts war die antike Stadt Atarneus nicht mehr Gegenstand archäologischer Forschung. Die frühen Arbeiten beschränkten sich darauf, einen ersten, aber unvollständigen Übersichtsplan zu erstellen, oder konzentrierten sich auf eine partielle Untersuchung des Gipfelplateaus. Daher war es nicht überraschend, daß bereits in der ersten Woche des Surveys zahlreiche bislang unbekannte Reste der städtischen Struktur und Architektur aufgenommen und dokumentiert werden konnten. So wurde beispielsweise rasch klar, daß die älteren Berichte die Komplexität und zeitliche Differenzierung der gut erhaltenen Befestigungsanlagen nur unzureichend erfaßt haben. Auch die sichtbaren Spuren der klassisch/hellenistischen Wohnbebauung und die Überreste des Straßensystems sind bisher nicht beschrieben und interpretiert worden. Die in den AM von 1912 publizierte Planskizze, die auf dem Akropolisplateau eine dominierende Rolle der hellenistischen Befunde erwarten ließ, konnte durch die Skizzierung der byzantinischen Bebauungsreste korrigiert werden. Der fast völlige Verzicht auf die Wiedergabe der späteren, d.h. im Fall von Atarneus schlecht erhaltenen byzantinischen Bebauung, ließ seinerzeit ein falsches Bild entstehen, so daß die hellenistische Struktur der Kernbebauung erst durch eine erneute Autopsie 2007 zu erschließen sein wird. Atarneus bietet – soviel ließ sich in der Vorkampagne bereits erkennen – einen für die Fragestellung des SPP wie des Teilprojekts äußerst interessanten Befund. Die Stadtanlage, deren Umfang mit 24 ha demjenigen Pergamons zur Zeit des Philetairos entspricht, wurde noch in späthellenistischer Zeit komplett aufgegeben, und selbst der hochhellenistische Bauboom scheint an der Stadt vorübergegangen zu sein. Sie ist demnach ein gutes Beispiel für das Aussehen einer spätklassisch-frühhellenistischen Stadtanlage und daher ein herausragendes Anschauungsobjekt dafür, wie hellenistische Strukturen in älteren Stadtanlagen vorbereitet waren, aber im Zuge der Ausbildung neuer Zentren nicht mehr erweitert oder erneuert wurden. Besondere Aufmerksamkeit verdient vor diesem Hintergrund beispielsweise die Palastanlage auf der Akropolis, die in (spät?)klassischer Zeit entstanden ist, als Vorläufer der pergamenischen Paläste gelten darf, aber in der Literatur zur Entwicklung der antiken Palastbauten bisher keinerlei Beachtung fand. Auf geradezu spektakuläre Weise wird in dieser Siedlung deutlich, welche Veränderungen der politischen Landkarte die Expansion und Prosperität Pergamons nach sich ziehen konnte.
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Atarneus, Stützmauer der Palastterrasse
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Atarneus, Außenwand des Palastes auf der Akropolis
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Atarneus, Felsinschrift nordöstlich des Siedlungsareals
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Atarneus, Felsnische in der östlichen Nekropole der Siedlung
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2. Weitere untersuchte Areale im westlichen Kaikostal
Vorgehen
Neben den bereits in der früheren Literatur beschriebenen antiken Siedlungsplätzen wurden bisher nicht näher erforschte, aber aufgrund ihrer Lage für Siedlungen prädestinierte Hügel inspiziert. Darüber hinaus konnten nach Hinweisen Einheimischer mehrere, ebenfalls bisher unbekannte Fundplätze mit antiken Befunden untersucht werden. Das vorrangige Ziel der Unternehmungen bestand darin, einen Überblick über die Art und den Überlieferungszustand der Fundplätze zu bekommen. Auf dieser Grundlage soll im nächsten Jahr an ausgewählten Orten mit systematischen und intensiven Untersuchungen begonnen werden.
Ergebnisse
Bereits bei der Erforschung des pergamenischen Umlandes durch C. Schuchhardt, A. Conze und W. Dörpfeld wurden im westlichen Kaikostal die Siedlungsplätze auf dem Bozbayir Tepe, Egrigöl Tepe, Mollah Mustafa Tepe und Kalerga Tepe (wo A. Conze die antike Stadt Teuthrania lokalisiert) in kursorischer Form bearbeitet. Zwar sind sämtliche vier aufgeführten Plätze heute zum Teil stark überwachsen, doch lassen sich noch fast alle der im frühen 20. Jahrhundert dokumentierten Mauerzüge nachvollziehen. Obwohl durch Steinraub und Raubgräber die Befunde in teilweise erheblichem Maße zerstört worden sind, zeigte schon eine kurze Inspektion der Fundstellen, daß sogar eine ganze Reihe bisher nicht dokumentierter Gebäude aus byzantinischer, aber auch spätklassischer und hellenistischer Zeit festzustellen sind. Ihre genauere Aufnahme verspricht wichtige Einsichten in die Entwicklung der hellenistischen Siedlungsstruktur. Anders verhält es sich mit den durch W. Dörpfeld dokumentierten antiken und byzantinischen Siedlungen am Bayram Tepe und in Saganci Köy. Zwar ließen sich die von ihm beschriebenen Fundstellen eindeutig lokalisieren, doch fanden sind keine Hinweise mehr auf eine antike Nutzung des Areals; der Bayram Tepe etwa wurde durch Steinbrucharbeiten fast vollständig zerstört. An drei Stellen konnten wir bislang nicht dokumentierte Siedlungsareale sichten und dokumentieren, so daß für den im Folgejahr geplanten intensiven Survey sehr gute Aussichten bestehen, in größerem Umfang neue Befunde entdecken zu können: 1. Unterhalb des nordwestlichen Abhangs des Bozbayir Tepe fand sich auf einem sich flach aus dem Schwemmland erhebenden Hügel auf einer Fläche von ca. 200 m auf 75 m eine dichte Konzentration von Ziegelbruch (Wand-/Mauer-Ziegel). Der Konsistenz und Form der Ziegel nach zu schließen, handelt es sich um die Überreste einer kaiserzeitlichen Siedlung – die möglicherweise mit dem bei Plinius erwähnten „Pagus Atarneus“ identisch ist. Bei der Ortslage dürfte es sich demnach um die bescheidene Nachfolgesiedlung der hellenistischen Stadt handeln. 2. Auf dem Memeli Tepe, der sich in einer Reihe von Hügeln zwischen Teuthrania (Kalerga Tepe) und Atarneus (Kale Tepe) aus der Kaikosebene erhebt, protokollierten wir zunächst rezente Raubgrabungen. Auf dem Westabhang des nördlichen Gipfels wurde ferner die Ummauerung eines bisher unbekannten großen, festungsartigen Gebäudes aus hellenistischer Zeit aufgenommen, das grundlegende Einsichten in die politisch-militärische Topographie der Region verspricht. 3. In den Feldern südlich von Ovacik und östlich auf der Höhe von Teuthrania (Kalerga Tepe) erkennt man einen flachen Hügel von ca. 400 m auf 300 m, der sich leicht aus der Kaikosschwemmebene erhebt. Hier stellten wir sehr starke Ziegel- und Marmorkonzentrationen fest. Unter anderem konnte je ein Fragment einer Marmorplastik sowie eines kaiserzeitlichen korinthischen Kapitells sichergestellt werden. Von hier scheint auch eine Reihe von antiken Baugliedern zu stammen, die sich heute in den Dörfern As Kirklar und Ovacik befinden und dort von den Bewohnern als Spolien verbaut wurden oder als Dekoration dienen.
Zusammenfassend läßt sich schon nach der Vorkampagne sagen, daß es erheblich mehr antike Siedlungsreste im Kaikostal gibt, als die älteren Berichte auf den ersten Blick vermuten lassen. Durch die geplante systematische Erfassung dieser Überreste wird es gelingen, die Veränderungen der hellenistischen Siedlungsstrukturen in ihren Grundzügen nachzuzeichnen. Für einen Ausblick in die Folgezeit werden auch die erwähnten kaiserzeitlichen Überreste berücksichtigt, denn in einem Vergleich erhält das hellenistische Bild zusätzliche Konturen.
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Terrassenmauer auf dem Egrigöl Tepe
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Bearbeiteter Felsblock auf dem Mollah Mustafa Tepe
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Kapitell in Ovacik |
Arbeitsteam Umlandsurvey 2006
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Letzte Änderung:
25.01.2010
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