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Die Akropolis von Athen in hellenistischer Zeit
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Arbeitsberichte 2006–2008

Kampagne 2008:

Freilegung übereinander gestapelter Statuenbasen   [zoom]

In der zweiten Kampagne des Projektes "Die Akropolis von Athen in hellenistischer Zeit" (12. bis zum 25. März 2008) lag das Hauptaugenmerk der Arbeiten auf der Erfassung der Statuenbasen im Gebiet der Agora von Athen und im Demeter-Heiligtum von Eleusis. Ziel dieser Ausweitung ist es, Vergleichsmaterial zu sammeln und auf dieser Grundlage Gemeinsamkeiten oder Besonderheiten bei der Statuenausstattung verschiedener öffentlicher Räume in Athen und Attika herauszuarbeiten. Nachdem die grundlegende Materialaufnahme auf der Akropolis schon im März 2007 beendet werden konnte, beschränkte sich die Arbeit dort vor allem auf die zeichnerische Dokumentation bereits erfasster, bisher aber noch unter anderen Steinen liegender Stücke. Die Ausdehnung der Materialaufnahme auf andere öffentliche Räume wie die Agora, die Akropolis-Hänge und das Heiligtum von Eleusis, stand in dieser Kampagne im Vordergrund und konnte mit großem Erfolg vorangetrieben werden.
Auf der Akropolis wurde zum einen eine größere Anzahl wichtiger Statuenbasen mit aussagekräftigen Standspuren gezeichnet, zum anderen wurde das sich durch die Restaurierungsarbeiten ständig verändernde Gelände erneut nach bisher nicht aufgefundenen Steinen abgesucht. Wie schon im Vorjahr profitierten wir auch diesmal von der vollkommen unbürokratischen Hilfsbereitschaft der griechischen Kollegen und Kolleginnen, von denen an dieser Stelle insbesondere Christina Vlassopoulou, Elisaveth Sioumpara und Tasos Tanoulas genannt seien. Durch ihr freundliches und unermüdliches Engagement wurden erneut zahlreiche, bisher unzugängliche Stücke durch Gabelstapler umgeschichtet bzw. für eine Bearbeitung freigelegt.
Freilegung übereinander gestapelter Statuenbasen   [zoom]


Zwar konnten noch nicht alle in den Inscriptiones Graecae für die Akropolis erwähnten Steine aufgefunden werden; berücksichtigt man jedoch, dass schon in der zweiten Auflage dieses Corpus viele der hier aufgeführten Stücke als verloren galten, ist davon auszugehen, dass das Material mittlerweile so vollständig wie möglich im Rahmen des Projektes erfasst worden ist. Auch am Südhang der Akropolis und im Bereich des Dionysostheaters wurden in der diesjährigen Kampagne Statuenbasen aufgenommen, die als Vergleichsmaterial für die Fragestellung des Projektes von großer Wichtigkeit sind.

Auf der Agora wurde nach einem intensiven Survey des Geländes die in der letzten Kampagne begonnene Arbeit fortgesetzt; zahlreiche Basen wurden vermessen, fotografiert und gezeichnet. Dank der Hilfe der griechischen und amerikanischen Kolleg(inn)en konnte auch im Magazin der Attalos-Stoa weiteres Material erfasst werden. In Eleusis fand eine erste Sondierung des Geländes statt, bei der einige besonders interessante Stücke aufgenommen werden konnten; die Arbeiten auch in diesem Heiligtum werden in der nächsten Kampagne fortgeführt werden.




Kampagne 2007:

Vom 14. bis zum 30. März 2007 fand die erste Kampagne des Projekts "Die Akropolis von Athen in hellenistischer Zeit" im Rahmen des DFG Schwerpunktprogramms "Die hellenistische Polis als Lebensform statt. Vor allem drei Ziele standen bei der Arbeit in Athen hierbei im Vordergrund:

1.) Die Fortsetzung der systematischen Aufnahme der Basen vor Ort auf der Akropolis und im Epigraphischen Museum von Athen.
2.) Die Vervollständigung und Überprüfung der 2005 und 2006 gesammelten Daten.
3.) Die Ausweitung der Arbeiten auf die Agora von Athen.

IG II/III² 4184 Basis einer Ehrenstatue des M. Annius Afrinus   [zoom]



Das Projekt „Die Akropolis von Athen in hellenistischer Zeit“ befasst sich mit der Ausstattung der Akropolis mit Weihgeschenken, Porträtstatuen und anderen Denkmälern vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zur frühen Kaiserzeit. Im Vordergrund steht dabei die archäologische Auswertung vor allem der Oberseiten der Basen, um so Rückschlüsse auf das Aussehen des Anathems ziehen zu können.
In den Kampagnen der Jahre 2005 und 2006 konnten noch nicht, alle für das Projekt relevanten Basen aufgenommen und untersucht werden. Dies hängt zum einen mit der Fülle des Materials, zum anderen mit der aktuellen Situation auf der Akropolis zusammen. So sind aufgrund der zahlreichen Restaurierungsarbeiten im Laufe der letzten Jahrzehnte viele der Basen zur Zeit schlecht zugänglich oder nicht mehr an den in den Corpora angegebenen Aufbewahrungsorten; in einigen Fällen sind die Stücke auch zum größten Teil mit Erde und Schutt bedeckt. Daher war es auch 2007 wieder notwendig, die bisher nicht gefundenen Stücke durch systematisches Abgehen des Geländes und mit großer Unterstützung der zuständigen griechischen Kolleginnen und Kollegen zu lokalisieren. Die im März neu aufgefundenen Basen wurden wie in den Jahren zuvor vermessen, beschrieben und fotografiert.


Die Vervollständigung und Überprüfung der in den Jahren zuvor gesammelten Daten war der zweite Bereich der Arbeit im März 2007. Aus Platzgründen werden viele Basen zur Zeit vor allem auf der West- und Nord-Ostseite des Parthenon in Stapeln gelagert. Daher war diesen Fällen die Aufnahme der Standspuren auf den Oberseiten zunächst nicht möglich. Zwar sind schon 2006 einige der Stapel für eine Aufnahme im Rahmen des Projektes abgebaut worden; aufgrund der hiermit zusammenhängenden logistischen Probleme konnten jedoch nicht alle relevanten Steinstapel vollständig abgebaut werden.
Basenstapel vor der SW-Ecke des Parthenon   [zoom]
Basen, die nicht von allen Seiten frei zugänglich waren, wurden deshalb bisher nur vorläufig dokumentiert. In diesem Jahr ist es allerdings mit Hilfe der griechischen Kolleginnen und Kollegen gelungen einen großen Teil der ‘Entstapelungen’ durchzuführen zu lassen.

Außerdem wurden bereits 2005 und 2006 aufgenommene Basen noch einmal vor Ort auf verschiedene Fragestellungen (Typologie der Basen und der Statuen; Wiederverwendung) hin untersucht, um die so gewonnenen Daten in die Publikation des voraussichtlich 2008 erscheinenden Kolloquiumsbands („Die Akropolis von Athen im Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit“, Kolloquium Bonn 16.–17. Juni 2006) zu integrieren. Auch aus diesen Gründen wurden wichtige Stücke erstmals durch zwei technische Zeichnerinnen der TU Berlin (Dipl.-Ing. Antonia Brauchle und Dipl.-Arch. Zoe Spyranti) dokumentiert. In den nächsten Jahren soll die zeichnerische Aufnahme der Stücke weiter fortgeführt werden.




IG II/III² 4161 Basis einer Ehrenstatue des Sex. Vibidius Virro auf der Agora   [zoom]
Ziel des Projektes ist nicht zuletzt ein Vergleich der Ausstattung verschiedener öffentlicher Räume in Athen und Attika. Dementsprechend bestand der dritte Schwerpunkt der Arbeit 2007 in Athen in der Ausweitung der Arbeiten auf die Agora von Athen. Wie auf der Akropolis und im Epigraphischen Museum wurden die Basen auf dem Gebiet der Agora sowie in den Magazinen in der Attalos-Stoa vermessen und fotografiert. Bei der Lokalisierung der Stücke im Gelände waren die griechischen und amerikanischen Kollegen sehr hilfsbereit. Eine zeichnerische Aufnahme wichtiger Stücke auf der Agora wird dann ab der nächsten Kampagne im März 2008 folgen.
In diesem Jahr ist es gelungen, einen großen Teil der grundlegenden Arbeit auf der Akropolis und im Epigraphischen Museum abzuschließen. Die gesammelten Daten sollen nun in einen Katalog aufgenommen werden, auf dem dann die weitere wissenschaftliche Arbeit aufbauen kann. Gleichzeitig wurde mit der Arbeit auf der Agora der nächste Schritt im Rahmen der Projektarbeit getan; hierdurch wird es möglich sein, in absehbarer Zeit ein umfassendes Bild der Ausstattung öffentlicher Räume der Polis Athen in hellenistischer Zeit zu erstellen.







Letzte Änderung: 15.04.2012