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Sympolitien und Synoikismen
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Sympolitien und Synoikismen.
Gesellschaftliche und urbanistische Implikationen von Konzentrationsprozessen in hellenistischer Zeit

Die griechische Welt ist in klassischer Zeit geprägt von zahllosen Poleis (Bürgergemeinden, Stadtstaaten), von denen viele nur winzige Territorien kontrollierten. Diese kleinteilige politische Landschaft veränderte sich seit dem 4. Jh. und besonders im Hellenismus ganz erheblich durch Zusammenschlüsse, die sich meist als Eingemeindung kleinerer Nachbarn durch bedeutendere Poleis darstellen (Sympolitien, Synoikismen). Eine systematische Untersuchung solcher Konzentrationsprozesse fehlt bisher. In dem geplanten Projekt sollen Sympolitien als Indikator oder Katalysator für gesellschaftliche und städtebauliche Entwicklungen verstanden werden, die charakteristisch für die hellenistische Zeit sind. Im Mittelpunkt stehen die Interessen der beteiligten Partner: Die Bündelung von Ressourcen begünstigte die Zentralorte und dämpfte die urbanistische Entwicklung der peripheren Siedlungen. Deren Bewohner erhielten aber Zugang zur besser entwickelten Infrastruktur der Zentralorte. Die stärkeren Partner erzielten territoriale und demographische Gewinne, mußten jedoch die Exklusivität ihres Bürgerrechts aufheben und ihre Institutionen für die Integration der kleineren Einheiten öffnen. Deren Bürger wiederum tauschten ihre Selbständigkeit gegen die erweiterten politischen Möglichkeiten einer Großpolis; die lokalen Eliten gewannen eine größere Bühne für ihre politischen Aktivitäten und ihre Selbstdarstellung.



Letzte Änderung: 10.07.2006