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Priene im Hellenismus
Interdependenzen urbanistischer Veränderungen im hellenistischen Priene
Antragsteller: Prof. Dr. Wulf Raeck (Universität Frankfurt a. M.) Prof. Dr.-Ing. Wolf Koenigs (Technische Universität München) Prof. Dr. Frank Rumscheid (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
Die im 4. Jh. v. Chr. (neu) gegründete Stadt Priene im südlichen Jonien gilt seit ihrer Teilfreilegung am Ende des 19. Jhs. als Paradebeispiel einer Stadtanlage des `hippodamischen´ Systems und spielt dementsprechend eine wichtige Rolle in der altertumswissenschaftlichen Forschung zur antiken Urbanistik. Allerdings waren bis vor kurzem die Abfolge und Datierung wichtiger städtebaulicher Veränderungen weitgehend unklar, womit die Voraussetzungen für eine Zusammenführung der archäologisch-baugeschichtlichen Befunde und der historisch-epigraphischen Daten zu einer Stadtgeschichte nicht gegeben waren. Die von der DFG und dem DAI geförderten Untersuchungen, die unter Leitung der Antragsteller von 1998 bis 2006 durchgeführt wurden, haben hierfür verbesserte Grundlagen (siehe die homepage der Priene-Grabung) geschaffen, auf denen das hier vorgestellte Projekt aufbauen kann.
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Die Stadtanlage mit Teloneia aus dem Mäandertal gesehen
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Mit den im Titel genannten „urbanistischen Veränderungen“ sind solche Veränderungen gemeint, die sich nicht im technischen Sinne auf rein baugeschichtliche Aspekte reduzieren lassen, sondern Auswirkungen auf die Struktur der öffentlichen und privaten Räume der Stadt insgesamt haben. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung von Veränderungen in verschiedenen topographischen und funktionalen Bereichen gelegt. Beispiele hierfür wären etwa die Vergrößerung privater Wohneinheiten in einem bestimmten Stadtviertel mit der Folge des Umzugs vorher dort ansässiger Bewohner und der Verdichtung von Wohnraum in anderen Quartieren, oder die Verdrängung privater Wohnbebauung durch öffentliche Großbauten (Heiligtümer, Versammlungsbauten) mit entsprechenden Konsequenzen. Hinter solchen Untersuchungen steht das Ziel einer historischen Einordnung der beobachteten Prozesse und ihrer Nutzung für die Konzipierung eines Gesamtbildes der Dynamik von Strukturveränderungen hellenistischer Poleis, wie sie das Schwerpunktprogramm insgesamt verfolgt. Das Arbeitsprogramm ist auf insgesamt 6 Jahre angelegt. Die Arbeiten am Ort umfassen vor allem Bauuntersuchungen und archäologische Untersuchungen, sowie die dazugehörigen Auswertungs- und Dokumentationsarbeiten. Bei den feldarchäologischen Arbeiten handelt es sich in der Regel um Sondagen und Grabungsschnitte auf kleiner Fläche, deren Notwendigkeit sich aus den Erfordernissen der Bauuntersuchungen ergibt. Die Arbeitsplanung und die Zusammenstellung des Teams basieren auf den Erfahrungen der Priene-Grabung aus den letzten Jahren.
Wulf Raeck
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Letzte Änderung:
19.05.2011
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