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Griechische Tempel im Hellenismus
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Projektskizze

Priene   [zoom]


Tempel gelten, bezogen auf die Epoche des Hellenismus, als Auslaufmodelle. Während in Archaik und Klassik (7.-4. Jh. v. Chr.) die Bürger der autonomen Poleis in der Errichtung von Tempeln ihr vornehmste Gemeinschaftsaufgabe sahen, die Tempel zugleich Kristallisationspunkte politischer Identität und nach außen wirksame Markenzeichen der Städte waren, scheint die schrumpfende Zahl und und Dimension der Neubauten ab dem 3. Jh. v. Chr. geradezu Symptom für eine Krise der Bürgergemeinschaft zu sein. Davon ausgenommen sind allerdings bestimmte Regionen wie das westliche Kleinasien, wo gegenüber dem 5. Jh. v. Chr. sogar ein deutlicher Anstieg der Zahl von Tempelbauten zu verzeichnen ist. Diese widersprüchliche Entwicklung auf der Basis synthetisierender Auswertungen der zu Gebote stehenden baugeschichtlichen, archäologischen und historischen Quellen zu analysieren, ist Ziel des Projektes.
Unter der übergeordneten Fragestellung wird im Einzelnen untersucht, welche Bauherren und Motive jeweils hinter den Tempelbauten standen, ob und wie sich verschiedene Ziele in architektonischer Gestalt und Ausschmückung niederschlugen. Dabei ist das Verhältnis zwischen herrscherlichen und bürgerlichen Baustiftungen zu berücksichtigen. Vor allem zielt die Studie aber auf religiöse, kommunikative und soziale Funktionen von Tempeln in den hellenistischen Poleis. Inwiefern waren Tempel in die ausgeprägte Festkultur der Zeit einbezogen, welche Hinweise liefern diesbezüglich ihre architektonische Inszenierung und städtebauliche Kontextualisierung? Spiegelt die Ausstattung der Tempel mit Kultbildern und Votiven einen Wandel religiöser Mentalitäten und der Formen bürgerlicher Repräsentation? Im Kern geht es darum, ob Tempelgebäude Reflexe von, aber auch Bühnen für politische und soziale Umwälzungsprozesse der hellenistischen Zeit darstellen.



Letzte Änderung: 25.06.2008