www.poliskultur.de / Die hellenistische Residenzstadt Lysimacheia / Tätigkeitsbericht    
Die hellenistische Residenzstadt Lysimacheia
  Suche    Sitemap    Impressum     






Tätigkeiten

In der Sommerkampagne 2006 konnten durch verschiedene Surveymethoden (s. Projektbeschreibung) erste Erkenntnisse zur Ausdehnung des Stadtgebietes sowie zur Funktion und Ausstattung einzelner innerstädtischer Areale gewonnen werden. Die intensivierte Kenntnis des Geländes und seiner Besonderheiten erlaubt für die Zukunft die weitere Optimierung der Feldforschungsstrategien. Neben der Fortführung des extensiven Umlandsurveys und des intensiven Stadtsurveys sollen dann auch ausgesuchte Flächen geophysikalisch untersucht werden, um in Ermangelung oberirdischer Baureste Aussagen zur Infrastruktur Lysimacheias machen zu können. Die Oberflächenfunde können danach auch im Kontext erster Befunde ausgewertet werden.
Nachdem die Eingabe der Funde von 2006, die sämtlich in das Museum Çanakkale verbracht wurden, in unsere Datenbank ‚Adiuvabit’ abgeschlossen ist, kann sich das Team nun der Auswertung des Fundmaterials zuwenden. Dafür stehen die am Ort gemachten Photographien und Zeichnungen zur Verfügung, die eine vergleichende Analyse erlauben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Marmorfunden, die bereits ein komplexes Bild der repräsentativen Architektur und der luxuriösen Ausstattung vermitteln. Aber auch Handelsbeziehungen, die sich anhand der Amphorenstempel ablesen lassen, sind von Interesse.

Unabhängig von den Feldforschungen werden im Institut für Klassische Archäologie und Frühchristliche Archäologie/Archäologisches Museum der Universität Münster bereits seit 2005 sämtliche Quellen und Sekundärliteratur zu Lysimacheia und ihrem Gründer zusammengestellt. Ein besonderes Interesse gilt dabei den numismatischen Zeugnissen.

Von besonderer Bedeutung für die Feldforschungen und die Darstellung der Ergebnisse ist die
Abb. 5: Höhenmodell (© WWU Münster)   [zoom]
Verknüpfung aller Satellitenbilder, Höhenmodelle (Abb. 5) und Funde in einem Geoinformationssystem (GIS) durch Dr. H. Zumsprekel. Auf diesem Wege konnte eine dringend benötigte topographische Karte im Maßstab 1:5000 angefertigt werden, die nun unter anderem zur Planung weiterer Kampagnen und zur Veranschaulichung der Fundlage über die Kopplung mit der Funddatenbank dienen kann. Zudem werden gerade am dreidimensionalen Geländemodell Sichtbarkeitsanalysen zur besseren Beurteilung repräsentativ oder strategisch bedeutsamer Areale des Forschungsgebietes durchgeführt.


Letzte Änderung: 12.04.2012